| |
Pressestimmen über das ICBF
Westfälische
Nachrichten, 21. Januar 2008
"23
Mal der große „Aha-Effekt“ - Benjamin Kohues und
Dennis Mors: Neue Experten auf dem Gebiet Bäume."
Alverskirchen.
Delphine, Werder Bremen, Knut, Edelsteine, Bäume und Ballett
haben auf den ersten Blick gar nichts gemeinsam. Und so soll es
auch sein, zumindest für die Dritt- und Viertklässler
der Grundschule Alverskirchen, die in der Turnhalle ihren 1. Expertentag
unter dem Titel „So leben wir (nicht) alle Tage“ veranstalteten.
Stolz präsentierten sie die Ergebnisse ihrer Facharbeiten aus
23 verschiedenen Themengebieten, die genau so verschieden sind wie
die Kinder selbst.
Zehn
Wochen lang beschäftigten sich Schüler der 3. und 4. Klasse
intensiv mit selbst gewählten Themen und wagten sich so an
die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens heran. Unter Beratung
von Lehrpersonen, Eltern und anderen Erwachsenen erarbeiteten sie
Vorträge und bereiteten zu jedem Thema eine Ausstellung vor.
Eifrig recherchierten sie einzeln oder in Kleingruppen, lasen Fachliteratur,
verarbeiteten und strukturierten Informationen, gliederten diese
und verfassten hierüber einen Vortrag. Jedes einzelne Kind
war mit Begeisterung bei der Sache und wurde so zu einem Experten
auf seinem Gebiet. Initiator dieser ungewöhnlichen Unterrichtsform
ist Dr. Christian Fischer vom Internationalen Centrum für Begabungs-forschung
(ICBF) in Münster.
Schulleiter
Bernard Vogelsang betonte in seiner Begrüßungsansprache,
„neben der individuellen Förderung eines jeden Kindes
war es uns besonders wichtig, das Projekt mit allen Dritt- und Viertklässlern
durchzuführen“. Das Klassenklima werde dadurch positiv
beeinflusst, so Vogelsang, der sich auf einer Fortbildung als Erster
für die Idee, einen Expertentag durchzuführen, begeistern
konnte.
Zehn
Wochen lang hatten sich die Dritt- und Viertklässler der Grundschule
Alverskirchen mit einem Thema beschäftigt und auf den Expertentag
vorbereitet, wo wie sich nun als echte Profis in ihren Fachgebieten
präsentierten.
Zehn Wochen lang hatten sich die Dritt- und Viertklässler der
Grundschule Alverskirchen mit einem Thema beschäftigt und auf
den Expertentag vorbereitet, wo wie sich nun als echte Profis in
ihren Fachgebieten präsentierten. Fotos: Niesmann
Begrüßen
durfte er zum 1. Expertentag auch Schulamts- direktorin Karin Sannwaldt-Hanke
und Monika Kaiser-Haas von der Bezirksregierung, Kompetenzzentrum
Münster, die sich beide tief beeindruckt von den Leistungen
der Kinder zeigten. „Es ist toll und vorbildlich, dass ein
ganzes Kollegium bereit für Neuerungen ist. Was die Schule
hier geleistet hat, ist großartig. Es wird eine ganz neue
Plattform für Kinder geschaffen, wenn diese interessengeleitet
lernen. Mit dieser Unterrichtsform wird Vertrauen in die Kinder
gesetzt und dadurch das Selbstvertrauen gesteigert. Die individuelle
Förderung und Zuwendung steht im Mittelpunkt“, so Kaiser-Haas.
Durch das interessengeleitete Lernen steige Motivation und Leistungsbereitschaft.
Eine weitere Besonderheit sei das selbst gesteuerte Lernen. So würde
zum Beispiel bei der Texterschließung, der Zeitplanung und
der Präsentationstechnik die Selbständigkeit ganz nebenbei
gefördert. Zusätzlich werde so die Gemeinschaft gestärkt
und es herrsche eine größere Akzeptanz zwischen Kindern,
Lehrern, Eltern und Schulleiter.
Die kleinen Experten beschäftigten sich mit außergewöhnlichen
Lieblingstieren wie Orcas, Kraken und Füchsen, aber auch physikalische
Themen wie Funk, Überschall und Wetter waren in der Ausstellung
vertreten. Facharbeiten zu Lieblings-Fußballvereinen und Themen
wie Bäume, das Auge oder Werkzeuge in der Steinzeit stießen
bei vielen Besuchern ebenfalls auf großes Interesse. Einen
ganzen Vormittag tummelten sich Eltern, Großeltern, Geschwister
und Freunde der Schüler in der Turnhalle, bestaunten die Facharbeiten,
lobten, fachsimpelten, stellten Fragen an die Experten und kamen
bei einer Tasse Kaffee vom Förderverein mit an-deren ins Gespräch.
Ein
wenig Herzklopfen war schon dabei, als die Schüler zu Beginn
des Vortrages den Platz hinterm Rednerpult einnahmen und auf die
voll besetzte Turnhalle blickten. Noch etwas aufgeregt erfolgte
zu Beginn eines jeden Vortrags die Danksagung an Eltern, Lehrkörper
und alle, die den Kindern mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatten.
Doch während der einzelnen Beiträge, mit viel Eifer und
Mühe vorbereitet, jeder einzigartig und mit großen Engagement
präsentiert, oft ergänzt durch liebevoll gestaltete Poster
oder Power-Point-Präsentationen, verflog auch das letzte Lampenfieber
– erst recht als am Ende ein tosender Applaus auf die Kids
losbrach. Und mit dem obligatorischen letzten Satz: „Wir stehen
Ihnen gerne für weitere Fragen an unseren Stand zur Verfügung“
verließen die Experten selbstbewusst das Podium.
Steffen
Möllers, Luca Lanari, Jan Schwinhorst und Malte Pallutt sind
Hundeliebhaber und mittlerweile auch Hundeexperten, besonders über
den Dackel und Husky informierten sie sich. „Leider schaffen
sich immer noch viele einen niedlichen Welpen an und vergessen da-bei,
dass er größer wird und Platz, Zeit, Geduld, Geld und
Arbeit beansprucht“. Bei Jonas Theilmeier und Björn Pallutt
drehte sich alles um Mercedes Benz. „Weil mein Papa auch einen
Mercedes fährt“, erklärte Jonas, und die beiden
wissen natürlich auch, was der berühmte Stern bedeutet.
„Die drei Streben stehen für Luft, Wasser und Erde und
der Kreis für die ganze Welt.“
Seksan
Armbrüster ist vor vier Jahren von Thailand nach Deutschland
gezogen, und deswegen drehte sich bei seinem Vortrag auch alles
um dieses asiatische Land. Besonderes Bonbon: An seinem Stand konnten
die Gäste leckere, von seiner Mutter selbst gebratene Nudeln
probieren. Die thailändische Begrüßung, „den
Wai“, beherrschte er natürlich perfekt und zeigte sie
stolz dem Publikum, welches dann auch begeistert zurückgrüßte.
Lara Srijbrandi und Leo-nie Hegemann haben sogar den Nussknacker
vom russischen Staatsballett in Münster gese-hen, getanzt und
einen Musikausschnitt mitgebracht, den sie bei ihren Ausführungen
über ihr Hobby Ballett den Zuschauern zu Gehör brachten.
Experte
auf dem Gebiet Wetter ist Max Schwarthoff. Er ging den Fragen nach
der Entstehungsweise eines Blitzes oder einer Fata Morgana nach.
Auch mit Schnee und Hagel beschäftigte er sich intensiv. „Hagelkörner
können so groß wie Golfbälle werden, doch die Wahrscheinlichkeit,
von einem Hagelkorn dieser Größe getroffen zu werden
ist sehr gering“, wuss-te er.
Sicher
ist: Für die begeisterten Kindern waren es unvergessliche,
schöne und ereignisreiche Schulwochen, und die Erwachsenen
haben viel von den kleinen Experten gelernt. Der normale Schulalltag
hat sie nun wieder. Denn: So leben sie nicht alle Tage . . .
VON
ISABEL NIESMANN
|
|