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Pressestimmen über das ICBF

Westfälische Nachrichten, 03. März 2008

"Mit Melodien rechnen lernen - Tagung über Lernschwierigkeiten in der Schule"

Von Karin Völker

Münster. Für Professor Dr. Hansjörg Scheerer zeigt die enorme Resonanz auf das Angebot des Internationalen Centrums für Begabungsforschung (ICBF) dies: „Entweder ist die Not groß, oder die Vorgaben des neuen Schulgesetzes kommen bei den Lehrern endlich an.“ 1200 Interessenten, zum allergrößten Teil Lehrer, wollten heute an der Tagung „Lernschwierigkeiten als schulische Herausforderung“ im Schloss teilnehmen. Nur für die ersten 500, die sich angemeldet haben, ist Platz.
Dr. Christian Fischer, Geschäftsführer des ICBF, denkt schon an eine Neuauflage der Veranstaltung, die Pädagogen aus der Praxis Anregungen geben soll, wie trotz großer Klassen und immer mehr formaler Vorgaben jedes Kind möglichst individuell in der Schule gefördert werden kann.
Lernschwierigkeiten sind weit verbreitet: Erziehungswissenschaftler Scheerer schätzt, dass im Laufe der Grundschulzeit wohl jedes zweite Kind mindestens einmal damit zu kämpfen habe.
Nach vorsichtigen Schätzungen haben jeweils zehn bis 15 Prozent der Kinder besondere Schwierigkeiten entweder beim Lesen und Schreiben oder beim Rechnen. Ein etwa ebenso hoher Anteil verfügt über überdurchschnittliche Begabungen und bedarf deswegen besonderer Förderung. Christian Fischer favorisiert es zum einen, bei den individuellen Stärken eines Kindes anzusetzen, um die Schwächen auszugleichen. Bei Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten könne es etwa sinnvoll sein, bei Sachthemen anzusetzen, die ein. Kind interessierten, um es für das Schreiben zu motivieren. Im Mathematikunterricht werde vieles verständlicher, wenn abstrakte Zahlen mit Bildern oder Tönen und Melodien veranschaulicht und erfahrbar gemacht würden.
Immer wichtiger wird es auch, Lernschwierigkeiten durch die Gestaltung des Unterrichts vor-zubeugen. „Die Perspektive ist entscheidend, erklärt Fischer. „Ein Lehrer muss sich fragen, ob sein Unterricht für dieses oder jedes Kind richtig ist.“
Aus dieser Sichtweise heraus bedürfen besonders begabte Kinder keiner wesentlich anderen Förderung als solche mit Lernschwierigkeiten. Es sei ein Verdienst des bundesweit einzigartigen ICBF, dass sich diese Erkenntnis zunehmend an den Schulen durchsetze, freute sich Dr. Marianne Ravenstein, Prorektorin der Universität.


 





 
 
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