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Pressestimmen über das ICBF
Westfälische
Nachrichten, 8. November 2003
Nicht nur „Einsteins“ sollen profitieren
Erzieherinnen lernen Begabungsförderung im Kindergarten
Von Karin Völker
Münster. Mit Eliteförderung wollen die Pädagogen
nichts zu tun haben. Dr. Christian Fischer, Geschäftsführer
des internationalen Centrums für Begabungsforschung an der
Universität, illustriert das Ziel des neuen Projekts sprachlich
mit einem Bild: „Bei Flut steigen alle Schiffe.“ Spitzenförderung
von Begabten kommen auch denen zugute, die keine kleinen Mozarts
oder Einsteins sind, meinen die Begabungsforscher, die seit gestern
in Kooperation mit dem Franz-Hitze-Haus Erzieherinnen darin schulen,
besonders begabte Kinder im Vorschulalter zu erkennen und richtig
zu fördern. In sechs auf 18 Monate verteilten Blockveranstaltungen
erarbeiten sich die 18 Vorschul-Pädagoginnen das Echa-Diplom,
ein europaweit anerkanntes Zertifikat zur Förderung besonders
begabter Kinder. Echa steht für „Education-council for high
ability“. Für Lehrer bietet das Hochschulcentrum die Kurse
mit Erfolg bereits seit zwei Jahren an, jetzt sollen schon Kindergartenkinder
von den Erkenntnissen der Begabungsforscher profitieren.
Stephanie Schmitz, Erzieherin, die ihr Echa-Diplom im niederländischen
Nimwegen erworben hat, ist die pädagogische Leiterin des Kruses,
für den die meisten der Telnehmerinnen die Gebühr in Höhe
von 1250 Euro selbst zahlen. Die Unterstützung durch die Träger
der Kindertageseinrichtungen lässt nach Auffassung der organisatorischen
Leiterin, Dr. Dagmar Bergs-Winkels, noch Wünsche offen. Vielerorts
herrsche Skepsis gegenüber der Begabtenförderung im Kindergarten,
die zunehmend schwierige finanzielle Situation der Einrichtungen
erleichtere nicht eben die Weiterbildung.
Einfache Rezepte kann Stephanie Schmitz den Erzieherinnen nicht
an die Hand geben: Grundsätzlich gelte es, jedes einzelne Kind
genau zu beobachten, Altersbegrenzungen wegzudenken und Wissbegierde
niemals auszubrennen. Den Entwicklungsunterschied von Kindern in
der ersten Klasse beziffert Ludger Schulte-Roling vom Franz-Hitze-Haus
mit gut zwei Jahren. Wenn Kinder schon im Vorschulalter Lesen und
Schreiben lernen wollen, sollten dies Erwachsene, in der Sorge,
dass in der Schule später Langeweile entsteht, keinesfalls
unterbinden. „Diese frustrierende Erfahrung prägt mitunter
später das gesamte Lernverhalten“, so Fischer.
Bisher ist Begabtenförderung im Kindergarten nach Einschätzung
der Experten noch ein weithin unbeackertes Feld: Bis sich die Erkenntnisse
an der Basis durchsetze, dauere es wohl noch eine Weile, meinen
die Beteiligten. Sie werden ab sofort als Multiplikatorinnen in
ihren Kindertageseinrichtungen tätig sein. Christian Fischer
ist zuversichtlich: „Es wird sich was bewegen.“
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