Katholieke Universiteit Nijmegen
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Pressestimmen über das ICBF

Rheinischer Merkur, 15. Juni 2001

H 0 C H B E G A B U N G / Forschungszentrum

Fixe Denker dürfen endlich super sein

Von BIRGITTA MOGGE

Eigentlich müsste sich das Thema überholt haben, weil die spezielle schulische Förderung hoch begabter Kinder bei uns selbstverständlich ist. Aber: Sie ist es nicht. Noch immer tun wir uns schwer, besondere Begabungen außerhalb von Musik und Sport zu erkennen und anzuerkennen. Noch immer wissen viel zu wenige Lehrer, wie sie mit den fixen Denkern in ihrer Klasse umgehen sollen, die oft drei Lösungswege statt einem finden und zwei Jahre ältere Mitschüler intellektuell überflügeln.

Gewiss, jedes Bundesland tut was für Hochbegabte. Am liebsten mit Wettbewerben, weil das schön spektakulär ist. Aber auch das Überspringen von Klassen, bilingualer Unterricht, Turbozüge gehören zum Angebot, mancherorts auch "Forderunterricht" und flexible Einschulungstermine. Regelrechte Begabtenschulen sind die Ausnahme. Am 9. August eröffnet das Sächsische Landesgymnasium St. Afra in Meißen gegen Widerstände und Vorurteile, den "elitären Dünkel" auch noch zu fördern. Die hundert handverlesenen Schülerinnen und Schüler und vierzehn Lehrer müssen beweisen, dass sie außer geistiger Potenz auch soziale Kompetenz besitzen.

Zurückhaltung, Ablehnung, Ängste beweisen: Wir wissen zu wenig über die Lern- und Denkstrukturen besonders begabter Kinder. Obwohl zwei, vielleicht drei Prozent der Mädchen und Jungen einer Altersgruppe ihren Klassenkameraden in den kognitiven Leistungen und den Persönlichkeitsmerkmalen weit voraus sind, werden Lehrer kaum im Erkennen dieser Norm-Abweichung geschult.

Das soll sich ändern. Zu den Arbeitsschwerpunkten am kürzlich an der Universität Münster gegründeten "Internationalen Centrum für Begabungsforschung" (ICBF) gehört die Aus- und Weiterbildung von Lehrern.
Das dauert 500 Stunden in achtzehn Monaten und führt zum Diplom "Spezialist in Gifted Education". Ein sperriger Titel für eine zukunftweisende Aufgabe. Das ICBF ist quasi eine Ausgründung des Zentrums für
Begabungsforschung an der Katholischen Universität Nijmegen, das seit 1984 besteht und in Europa den einzigen Lehrstuhl für Begabungsforschung unterhält. Ein so kompetenter Ziehvater bewahrt vor mancher unbedachten Kritik.

 
 
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