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Pressestimmen über das ICBF

Osnabrücker Nachrichten, 14. Juli 2004

Das sind unsere Überflieger

15 Elisabeth-Grundschüler als kleine Wissenschaftler – Vera Schulhof vom EMA mit Abitur-Note 1,0

Osnabrück (re/whs) – Keine Leistungsbereitschaft bei der Jugend von heute? Nullbock auf nix? Von wegen.
Vera Schulhof (19) schaffte am EMA-Gymnasium mit 1,0 das beste Abitur dieses Jahres. Und 15 Jungen und Mädchen der Elisabeth-Grundschule schlossen ein Begabten-Projekt mit tollem Erfolg ab, als erste und bisher einzige in Niedersachsen.
Vera Schulhof präsentiert sich im ON-Interview ganz locker: „Die Eins hat sich so ergeben“, sagt sie. Nebenbei beherrscht sie Kung-Fu-Kampftechniken und das Klavier.
Die Elisabeth-Kinder legen je eine Arbeit zu einem Thema vor: „Ägypten“ zum Beispiel. Sie schmökerten in Bibliotheken und erwiesen sich als Präsentationskünstler. „Da haben wir mit den Ohren geschlackert“, sagt Schulleiterin Renate Brehmer.


Vielleicht werde ich mal Professor

Begabtenförderung an der Elisabethschule: Kinder werden „Experten“

Osnabrück (re) – Begabtenförderung schon in der Grundschule wird immer wichtiger.
Die Grundschule Hellern legt sich auf musisch-künstlerischem Gebiet ins Zeug, unterstützt dabei vom Gymnasium in der Wüste (ON berichtete). Die Elisabethschule (sie bildet mit dem Ratsgymnasium einen Begabten-Verbund) ließ 15 Schüler der Klassen 3 und 4 an einem Förderprogramm teilnehmen, das die Universität Münster organisiert hatte. Dabei durften sie sich zu „Experten“ auf einem von ihnen selbst gewählten Gebiet entwickeln.
„Drehtürmodell“ nennt Schulleiteruin Renate Brehmer das System. Ein Jahr lang verließen die Schüler für 2 Stunden in der Woche den regulären Unterricht, wobei sie sich den verpassten Unterrichtsstoff selbstständig erarbeiteten.
In diesen zwei Stunden arbeiteten sie an einem Expertenthema ihrer Wahl. Die Liste der Themen ist bunt: „Autos“, „Friesen“, „Ägypten“, „Ballett“, „Eisenbahnen“ oder „Geheimschriften“ – um nur einige zu nennen. Zum Programm gehörten Übungen zur Texterschließung, Lern- und Zeitstrategien wurden entwickelt. Jedes der 9- und 10-jährigen Kinder erarbeitete am Computer eine Themenstruktur, die in ein Inhaltsverzeichnis mündete.
Die Materialsammlung forderte auch die Eltern: Es wurden Bücher von zu Hause mit gebracht, Stadt- und Schulbibliothek wurden ebenfalls zu Rate gezogen. Interviews gehören natürlich zu jeder ordentlichen Arbeit. So hat Paula bei ihrem Thema über den Geburtsort ihrer Mutter („Das Dorf Berge“) auch den dortigen Bürgermeister befragt. Filme wurden angeschaut, eine Wetterstation besucht. Die Kapitel für die schriftliche „Expertenarbeit“ endeten mit einem Schlusswort, sogar ein Literaturverzeichnis entstand mit Hilfe der betreuenden Moderatoren.
Die Betreuung übernahmen neben den Lehrerinnen Renate Brehmer und Maria Lammers drei Studenten der Universität Osnabrück (Janin Homfeld, Inken Kramer, Kathrin Thier) und Mareile Bövering von der Universität Münster. Aber das war noch nicht alles: Die Kinder erstellten Plakate zu ihrem Thema und übten den mündlichen Vortrag mit Mikrofon. Zum Vortrag setzten sie auch eine eigenständig erarbeitete Power-Point-Präsentation ein . „Da konnten die Erwachsenen nur mit den Ohren schlackern“, sagt Renate Brehmer. Auf diesem Felde seien die Eltern inzwischen Schüler ihrer Kinder geworden.
All diese Mühe fand kürzlich ihren krönenden Abschluss im Schloss zu Münster, wo die Osnabrücker und 42 weitere Kinder von zwei Gymnasien und einer Grundschule in Münster-Hiltrup ihre Experten-Vorträge vor großem Publikum hielten. Alle Teilnehmer erhielten eine Urkunde und eine Präsent-Tüte von einem Vertreter des nordrhein-westfälischen Schulministeriums.
„Hoffentlich darf ich im nächsten Jahr wieder bei so einem Projekt mitmachen“, war der Wunsch aller Osnabrücker Kinder. Und Konrad resümierte: „Vielleicht werde ich Professor“.


Premiere für Niedersachsen

Das Begabten-Projekt der Elisabeth-Schule ist in Niedersachsen derzeit einmalig, sagt Schulleiterin Renate Brehmer. Das soll ihrer Ansicht nach aber nicht so bleiben. „Mein Wunsch ist, dass demnächst alle Grundschulen teilnehmen können.“ Dabei sollte es nicht nur um die Hochbegabten gehen, sondern auch um die Förderung der schwächeren Schüler. Dazu müsste das Land jedoch mehr Stunden für Sonderprojekte freigeben als derzeit. Renate Brehmer hat die Erfahrung gemacht, dass Schüler, die entsprechend ihrer Begabung gefordert und gefördert werden, davon in ihrem gesamten Schulverhalten profitieren. „Sie nahmen am normalen Unterricht mit einer ganz besonderen Einstellung teil.“ Einige der jetzt erfolgreichen Schüler wollen auch im nächsten Jahr wieder mitmachen, aber es sollen natürlich nicht immer dieselben sein, sagt Frau Brehmer. Am 24.9. endet eine Projektgruppe an der Elisabethschule, dann werden alle beteiligten Kinder noch einmal ihre Referate halten und auch die durchweg aufwändigen Plakate zu ihrem jeweiligen Thema zeigen. Die Gesamtplanung des Projektes lag in Händen von Dr. Christian Fischer, Leiter des Internationalen Centrums für Begabungsforschung (ICBF) an der Universität Münster.


 
 
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