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Pressestimmen über das ICBF

Münstersche Zeitung, 11. März 2005

Begabungen schon im Vorschulalter fördern

Wissenschaftler und Praktiker bei den 22. Münsterschen Gesprächen zur Pädagogik

Münster. Mit der Begabtenförderung haben die 22. Münsterschen Gespräche zur Pädagogik eine aktuelle Frage aus der öffentlichen Diskussion aufgegriffen. Im Franz-Hitze-Haus treffen sich seit Mittwoch Wissenschaftler, Lehrer sowie Vertreter der Schulaufsicht und –verwaltung.
„Jeder Lehrer muss lernen, mit dem Lehren aufzuhören, wenn es Zeit ist“ – dieses Zitat Berthold Brechts ist wegweisend für die ersten Ergebnisse der Tagung mit Vorträgen und Workshops. Der Unterricht müsse stärker individualisiert werden, lautete eine zentrale Forderung der Experten. Kinder könnten mit ihren Stärken zudem anderen Kindern helfen. Dr. Christian Fischer, Geschäftsführer des Internationalen Centrums für Begabungsforschung (ICBF) von der hiesigen Universität, ergänzt: „Bereits in Vorschule und Primarstufe muss diese Förderung einsetzen.“
Die Talente der Kinder können in der Pädagogik durch verschiedene Ansätze begünstigt werden. Klassen zu überspringen ist nur eine Möglichkeit. Zusätzliche Arbeitsgruppen, jahrgangsübergreifender Unterricht und Freiarbeit sind einige Ideen, die zwar nicht neu, aber bislang nicht konsequent durchgesetzt wurden.
Woran das liegt, kann Fischer schnell erklären: „Die Lehrer sind durch die Aus- und Fortbildung bislang nicht genügend auf heterogene Gruppen vorbereitet.“ Oft haben sie selbst diese Praxis nicht kennen gelernt. „Wie auch, bei Pädagogik-Seminaren mit bis zu sechshundert Studenten“, so Fischer.
Gut vorbereitete Studenten würden später frischen Wind in die Schulen bringen. Sie seien zudem sensibilisiert, Begabungen überhaupt zu erkennen. Waren es früher zumeist Eltern, die besondere Fähigkeiten ihrer Sprösslinge erkannten, so träten heute mehr Schulen an das ICBF heran. Mit einer Beratung rund um die Fördermöglichkeiten helfe dies bei der weiteren Laufbahn des Kindes.
Professor Thomas Sternberg, Leiter des Franz-Hitze-Hauses, mahnte, nicht nur einseitig kognitive Begabungen ins Auge zu fassen, sondern auch auf technische Talente einzugehen. „Begabte sind kein Humankapital,“ bestätigt Professor Harald Ludwig von der Universität Münster. Denn Begabung sei nicht automatisch gleichzusetzen mit Leistung, sondern müsse sich entwickeln können. IGF


 
 
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