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Pressestimmen über das ICBF

Kölner Stadtanzeiger, 01. Februar 2002

Behler: Lehrer sollen nicht länger arbeiten

Die Ministerin sagte, die Lehrer hätten in den vergangenen Jahren „bereits ihren Beitrag“ erbracht.

Düsseldorf. NRW-Schulministerin Gabriele Behler (SPD) lehnt eine Verlängerung der Arbeitszeit der Lehrer ab. „Die Lehrer haben in den vergangenen Jahren bereits ihren Beitrag erbracht“, sagte Behler am Freitag in Düsseldorf. Sie reagierte damit auf Berichte, Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) fordere zur Deckung der Lücken im Landeshaushalt eine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit im öffentlichen Dienst von 38,5 auf 40 Stunden. Behler hatte 1996 die Unterrichtsverpflichtung für viele Lehrer um eine Stunde pro Woche erhöht.

Die Schulministerin lehnt auch eine Sonderregelung ab, um die hohe Zahl von Frühpensionierungen bei den Lehrern zu senken. Die Regeln müssten für alle Beamten und Angestellten gleich sein. Mit Blick auf das vergleichsweise niedrige Durchschnittsalter der pensionierten Lehrer sagte Behler, sie habe keine Kompetenz, die Entscheidungen der Amtsärzte zu beurteilen. In Nordrhein-Westfalen gehen die Lehrer mit durchschnittlich 58 Jahren in den Ruhestand. Die Beschäftigten in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes arbeiten länger.

Den „enormen Nachholbedarf“ im Bereich der Schulförderkonzepte prangerte unterdessen der Geschäftsführer des „Internationalen Centrums für Begabungsforschung“ (ICBF) an der Universität Münster, Christian Fischer, an. Besonders begabte Schüler würden mit ihren Talenten noch immer oft allein gelassen, kritisierte Fischer am Freitag aus Anlass des einjährigen Bestehens des ICBF in Münster. Zwar würden Begabungen ebenso wie Lernschwierigkeiten bei Kindern häufig festgestellt, dann mangele es jedoch am richtigen Umgang damit. „Hochbegabte Kinder neigen dazu, Routineaufgaben gelangweilt anzugehen, sie zeichnen sich durch hohe Sensibilität und Perfektionsdrang aus“, erläuterte Fischer. Lehrer sollten solchen Schülern individuelle, komplexe Aufgaben stellen und sie damit gezielt fordern. (dpa)


 
 
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