Pressestimmen über das ICBF
Die
Glocke, 29. September 2006
"Begabtenförderung wird zum normalen Rüstzeug
der Schulen"
Münster. (gl.) Die Frage, wie eine an Stärken orientierte
Begabtenförderung gelingen kann, steht im Zentrum eines Bildungskongresses,
der zurzeit in Münster läuft. Vorträge und Arbeitsgruppen geben
550 Fachkräften aus Kindertagesstätten, Schulen und Förderorganisationen
sowie den Vertretern der Bildungspolitik Impulse für die Entwicklung
einer begabungsfreundlichen Lernkultur. Veranstalter sind das
Internationale Centrum für Begabungsforschung (ICBF) in Münster
und die Karg-Stiftung für Hochbegabtenförderung.
Zu den Höhepunkten des Kongresses zählen die Vorträge der US-Wissenschaftler
Prof. Dr. Robert Sternberg und Prof. Dr. George Betts. Sternberg
erläutert seine Theorie der "Erfolgsintelligenz", die erlaubt,
beruflichen Erfolg besser vorherzusagen. Wie Pädagogen Kinder
und Jugendliche unterstützen können, ihr Leben als "lebenslange
Lernreise" zu verstehen, vermittelt Betts.
Deren deutscher Kollege Prof. Dr. Wolfgang Schneider referiert
am heutigen Freitag zum Thema Lese- und Rechtschreibkompetenz.
Prof. Dr. Manfred Prenzel und Prof. Dr. Wilfried Bos berichten
über die Ergebnisse und Konsequenzen der internationalen Vergleichsstudien
Pisa und Iglu. Diese unterstreichen die Notwendigkeit einer individuellen
Förderung in Kindertagesstätten und Schulen. Zunehmend sind Erziehende
und Lehrende herausgefordert, als Entwicklungs- und Lernbegleiter
zu wirken und die Persönlichkeit des Einzelnen zu fördern.
Mit besonderer Spannung erwartet wird die Podiumsdiskussion zum
Abschluss des Kongresses. Der 23-jährige Dominic Divivier, Sieger
des Bundeswettbewerbs "Jugend debattiert" der Hertie-Stiftung,
wird als Moderator die unterschiedlichen Positionen zu Fragen
wie "Was ist das Ziel von Begabtenförderung?" herausarbeiten und
die Teilnehmenden nach neuen Wegen suchen lassen. Prof. Dr. Franz-Josef
Mönks vom ICBF zeigt sich optimistisch: "Begabungsförderung als
individualisierte Begleitung wird sich durchsetzen und somit zum
normalen Rüstzeug der Schulen gehören."